Arbus – Costa Verde, Dünen und Bergbaugeschichte
Unterkünfte in Arbus
Arbus verbindet an der Costa Verde eine 47 Kilometer lange Küste mit goldenen Sandflächen, Steilküsten und einer ungewöhnlich dichten Bergbaugeschichte. Zwischen Meer, Dünen, Wäldern und ehemaligen Bergbaudörfern entstehen ganz unterschiedliche Urlaubseindrücke: An der Spiaggia di Piscinas formen sehr hohe Dünen aus feinem, goldenem Sand weiterhin der Mistral, während Ingurtosu und Montevecchio von der industriellen Vergangenheit Sardiniens erzählen.
Küste zwischen Dünen und Wasseraktivitäten
Die Spiaggia di Piscinas ist ein abgelegener Strand, dessen Dünen zu den höchsten Europas zählen. Sie erreichen den Strand entweder über Guspini und die Bergbauroute oder von Arbus aus in Richtung Ingurtosu und anschließend Piscinas. Eine andere Küstenlandschaft erwartet Sie an der Spiaggia di Funtanazza: Dort liegen hellgoldener Sand mittlerer Körnung und flache Meeresböden, die sich für das Spielen von Kindern eignen. Südlich von Funtanazza bis zur Abfahrt Punta Sa Cabada Bianca verläuft außerdem ein geologischer Weg von außergewöhnlicher Bedeutung mit Fossilien.
Auch für besondere Meereserlebnisse bietet die Küste eigene Schwerpunkte. Die Meeresböden vor Capo Pecora werden von Tauchern und Anhängern des Unterwasserfischens geschätzt. Im Frühjahr bietet die Costa Verde zudem Bedingungen zum Surfen mit Wellen, auf denen Surfer reiten können. So lässt sich die Küste je nach Interesse als Dünenlandschaft, Strandgebiet oder Schauplatz für Wassersport entdecken.
Ingurtosu, Montevecchio und die Geschichte der Minen
Das verlassene Bergbaudorf Ingurtosu diente früher als Verwaltungszentrum der Minen von Ingurtosu und Gennamari. Die Mine von Ingurtosu ist eine von acht Bergbaustätten des Parco Geominerario Storico Ambientale della Sardegna, der 1997 von der UNESCO anerkannt wurde. In Ingurtosu steht außerdem die Chiesa di Santa Barbara, die 1916 als der Schutzpatronin der Bergleute geweihte Kirche eingeweiht wurde. Sie besitzt drei Kirchenschiffe und einen Glockenturm. Von dort führt ein Kreuzweg auf einem von mediterraner Vegetation gesäumten Pfad zu einem natürlichen Felskomplex mit drei Kreuzen des Kalvarienbergs.
Montevecchio ist ein bedeutendes Beispiel der Industriearchäologie. Dort sind Bergbau-Lagerhäuser, Erzaufbereitungsanlagen, Schächte, Unterkünfte der Arbeiter und Angestellten sowie das Direktionsgebäude erhalten. Auch die Mine von Montevecchio zählt zu den acht Bergbaustätten des von der UNESCO 1997 anerkannten Geominenparks. Der Palazzo della Direzione Ingurtosu ist ein um 1870 errichtetes neomittelalterliches Verwaltungsgebäude des Bergbaus und wird vor Ort auch Schloss genannt.
Mehrere Museen vertiefen diese Geschichte auf unterschiedliche Weise. Das Museo dei Diorami zeigt Dioramen zum Leben im Bergbau in verschiedenen Epochen und vermittelt die Inhalte in einem eigens entwickelten Bildungsrundgang. Das Museo Mineralogico bewahrt eine umfangreiche Mineraliensammlung, die überwiegend aus der Mine von Montevecchio stammt und durch Stücke aus anderen sardischen, italienischen und ausländischen Minen ergänzt wird. Auf dem restaurierten Bergbaugelände Pozzo Gal erzählt ein Museum in fünf Räumen mit interaktiven Videotafeln von den Bergleuten und ihren Familien, die dort arbeiteten und lebten.
Museen, Archäologie und Landschaft
In Arbus widmet sich das Museo del Coltello Sardo in vier Sälen dem Erbe sardischer Klingen und der Geschichte der Messerschmiedekunst. Zum Besuch gehören Filme über Techniken der Messerherstellung und Führungen, bei denen Mastro Pusceddu gelegentlich live ein Messer anfertigt. Das Museo Etnografico Antonio Corda bewahrt mit Gegenständen, Werkzeugen, Einrichtungsgegenständen und rekonstruierten traditionellen Innenräumen das Kulturerbe des bäuerlichen Lebens. Das historisch wertvolle Montegranatico an der Piazza Immacolata im Zentrum von Arbus beherbergt das Informationszentrum und dient als Veranstaltungsort für zahlreiche Wechselausstellungen.
Das archäologische Gelände von San Lussorio umfasst römisch-kaiserzeitliche Thermen und eine Nekropole sowie einen Friedhof und eine Kirche aus der spanischen Zeit, die mindestens aus dem 17. Jahrhundert stammen. Der Nuraghe Cugui eröffnet den Blick über Arbus und die Gebirgskette des Monte Linas. Zur Küstenlandschaft gehört auch die Oasi WWF di Scivu, die im Gebiet der Gemeinde Arbus etwa 600 Hektar umfasst; der Nuraghe di Scivu liegt innerhalb dieser Oase.
Im Landesinneren prägt der 784 Meter hohe Monte Arcuentu mit Steineichenwäldern und Lebensräumen für Sardische Hirsche, Wildschweine, Greifvögel und weitere Wildtiere das Bild. Er bietet Trekking auf unbefestigten Wegen und Pfaden, darunter den CAI-Weg 192 von Montevecchio ab dem Ort Sa Tanca. In Montevecchio können Sardische Hirsche in der Dämmerung und im Morgengrauen bis in das Dorf gelangen.
Orientierung für Ihre Reiseplanung
Für die Auswahl eines passenden Ausgangspunkts entscheidet damit vor allem die gewünschte Mischung aus Küste, Bergbaugeschichte, Museen und Landschaft. Das CEAS Ingurtosu organisiert naturkundliche und kulturelle Ausflüge, betreut Museen und bergbauarchäologische Stätten und bietet touristische Informationen in den Bergbaudörfern Montevecchio und Ingurtosu an. Für einen Besuch von Pozzo Amsicora kann das CEAS Ingurtosu kontaktiert werden. Pozzo Amsicora ist ein restauriertes Zeugnis der Bergbauarchäologie innerhalb des Bergbaugeländes von Telle im Montevecchio-Komplex. Der Ort steht auch für die Arbeitskämpfe der Bergleute: 1991 besetzten etwa 86 Arbeiter den Schacht und blieben dort ungefähr 27 Tage.
Als weitere Ziele für Ihre Recherche können Sie Lunamatrona, Gonnosfanadiga, Barumini, Marina Di Gutturu Flumini, Gesturi, Villacidro und Turri berücksichtigen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Medio Campidano.
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