Ulassai: Kunst, Karst und besondere Erlebnisse

Ulassai verbindet zeitgenössische Kunst, eindrucksvolle Karstlandschaft und die Küche der Ogliastra auf eine ungewöhnliche Weise. Der Ort ist besonders interessant, wenn Sie nicht nur eine Landschaft sehen, sondern auch ihre Verbindung mit Kunst, Geschichte und lokalen Traditionen verstehen möchten. Zwischen Museen, Felsen, Wald und Höhlen entstehen dabei sehr unterschiedliche Möglichkeiten, den Charakter von Ulassai kennenzulernen.

Kunst und Ortsgeschichte in Ulassai

Die Stazione dell'Arte ist ein Museum für zeitgenössische Kunst, das dem menschlichen und künstlerischen Werdegang von Maria Lai gewidmet ist. Einen anderen Zugang zur Kunstgeschichte des Ortes bietet das CaMuC – Casa Museo Cannas. Das Museum für zeitgenössische Kunst liegt im Herzen des historischen Zentrums von Ulassai. Das Gebäude wurde in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts errichtet und prägte die soziale und wirtschaftliche Geschichte von Ulassai maßgeblich. So treffen in diesem Museum die Geschichte eines Hauses und die zeitgenössische Kunst aufeinander.

Maria Lai schuf 1981 in Ulassai mit „Legarsi alla montagna“ eine der ersten Aktionen relationaler Kunst in Italien. Bei dieser Aktion wurde ein etwa 27 Kilometer langes blaues Band zerschnitten, verteilt und zwischen den Häusern des Ortes befestigt, bis es den Monte Gedili erreichte. Das Werk bezog damit die Häuser von Ulassai und den Berg in eine gemeinsame künstlerische Handlung ein. Ulassai wird außerdem als Freilichtmuseum präsentiert, in dem Stadtarchitektur, Natur und Kunstwerke miteinander verbunden sind. Wer den Ort erkundet, begegnet Kunst daher nicht nur in einem geschlossenen Museumsraum, sondern auch im Zusammenhang mit seiner gebauten und natürlichen Umgebung.

Karst, Grotten und Wege

Die Landschaft rund um Ulassai zeigt sich besonders deutlich an der Grotta Su Marmuri. Sie ist etwa 850 Meter lang und erreicht Höhen von bis zu 70 Metern. Die Größenordnung der Grotte macht sie zu einem eigenständigen Landschaftserlebnis neben den Museen und Kunstwerken des Ortes. In den immergrünen Wäldern der Tacchi lebt eine durch die Oasi faunistica di Girisai geschützte Tierwelt. Damit reicht das Naturthema von der unterirdischen Höhle bis zu den bewaldeten Karstlandschaften.

Die kalkhaltigen „Tacchi“ bei Ulassai sind ein Ziel für Freikletterer aus aller Welt. Zusätzlich können Besucher Dutzende weitere Wege zwischen den Karstfelsen begehen. Dadurch lassen sich unterschiedliche Schwerpunkte setzen: Sie können sich mit den Felsformationen und ihren Wegen beschäftigen oder die Landschaft aus der Perspektive des Klettersports betrachten. Der Begriff Highlining bezeichnet dabei eine Gleichgewichts- und Balanceübung auf einem zwischen zwei Punkten gespannten Band aus Polyester oder Nylon.

Regionale Küche und passende Reiseidee

Auch die Küche gehört zum besonderen Ortsbild. Das Restaurant Su Bullicciu bietet in der Grotte ein Mittagessen mit typischer Küche der Ogliastra an. Dieser kulinarische Aspekt ergänzt die Kunst- und Naturerlebnisse um eine regionale Spezialität, die ausdrücklich mit dem Höhlenraum verbunden ist.

Je nach persönlichem Schwerpunkt können die Museen, die Grotta Su Marmuri, die Wälder der Tacchi, die Felsenwege oder das Essen in der Grotte im Mittelpunkt stehen. Wenn Sie neben Ulassai weitere Ziele derselben übergeordneten Auswahl prüfen möchten, finden Sie hier Elini, Ilbono, Tortoli, Arbatax, Torre di Bari, Lotzorai, Ardali und Triei.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Ogliastra.

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