Aggius
Aggius zeigt mehrere klar unterscheidbare Seiten: Ortsgeschichte, Kunst im öffentlichen Raum, eine von Granitformationen geprägte Landschaft und eine traditionsreiche Küche. Dadurch lassen sich kulturelle Entdeckungen, Bewegung im Freien und regionale Spezialitäten zu unterschiedlichen Schwerpunkten für die Reise verbinden.
Kultur zwischen Museum und öffentlichem Raum
Das Museo del Banditismo ist im historischen ehemaligen Pretura-Palast von Aggius untergebracht. Seine Sammlung widmet sich den rund drei Jahrhunderten von der Mitte des 16. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, in denen Aggius das Zentrum des galluresischen Banditentums war. Zu sehen sind Gerichtsakten und Prozessdokumente zu kriminellen Taten, Beschreibungen des Lebens berühmter Flüchtiger, von Carabinieri verwendete Waffen zur Verfolgung von Banditen sowie historische Trachten. Der thematische Bogen reicht damit von rechtlichen Dokumenten über persönliche Lebensgeschichten bis zu Gegenständen und Kleidung aus der behandelten Epoche.
Eine andere Form der Kulturvermittlung bietet das Museo AAAperto. Es nutzt die Straßen und öffentlichen Räume von Aggius als Ausstellungsflächen für Murals, Tafeln, Installationen und weitere Kunstwerke. Wer sich für den Ort interessiert, findet hier daher nicht nur einen einzelnen Museumsraum, sondern auch Kunstwerke, die im öffentlichen Raum von Aggius angeordnet sind. Zu den typischen Veranstaltungen gehören außerdem Feiern der Karwoche, Verkostungen typischer lokaler Produkte und Weine sowie traditionelle Dorffeste.
Granitlandschaft und Wege im Freien
Die Piana dei Grandi Sassi, auch Valle della Luna genannt, befindet sich in der Ortschaft Li Parisi an der Grenze zwischen Aggius und Trinità d’Agultu e Vignola. Die genaue geografische Einordnung ist für die Planung wichtig: Die Landschaft ist mit dem Gebiet von Aggius verbunden, liegt jedoch an dieser Grenze. Neben den Granitformationen verlaufen unbefestigte Wege, die sich zum Trekking eignen. Damit steht neben den Museen und Veranstaltungen ein landschaftlicher Schwerpunkt zur Verfügung, bei dem die Wegführung zwischen den Felsformationen den Charakter des Erlebnisses bestimmt.
In ihrem Herzen befindet sich der Nuraghe Izzana, eines der bedeutendsten und am besten erhaltenen nuragischen Bauwerke der Gallura. Der Nuraghe ergänzt die Landschaft um ein archäologisches Element und macht den Bereich auch für Reisende interessant, die Natur- und Kulturthemen miteinander verbinden möchten.
Suppa cuata als typische Spezialität
Zur lokalen Seite von Aggius gehört Suppa cuata, auch La Zuppa Gallurese genannt. Sie gilt als bekanntestes und gefeiertstes typisches Gericht von Aggius. Zubereitet wird sie aus Scheiben altbackenen Brotes, Weichkäse, geriebenem Käse mit Petersilie und einer Prise Pfeffer sowie Kalbs-, Lamm- oder Schweinefleischbrühe.
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