Tamarispa entdecken: Dorfgeschichte und Radrouten
Tamarispa verbindet eine vielschichtige Ortsgeschichte mit Radrouten, die den Landort aus unterschiedlichen Richtungen erschließen. Das heutige Dorf liegt tiefer als das mittelalterliche Tamarispa und unweit des Riu Mannu. Zugleich führt eine Radtour zu einer alten Kapelle, eine andere erreicht Tamarispa über ländliche Orte und eine Höhe von etwa 200 Metern. Damit bietet der Ort für Ihre Reiseplanung sowohl historische Anknüpfungspunkte als auch konkrete Möglichkeiten, die Landschaft auf zwei Rädern kennenzulernen.
Radtouren mit unterschiedlichen Blickwinkeln
Die Radtour „Budoni verso nord“ sieht einen kurzen Halt zum Besuch der alten Kapelle von Tamarispa vor. Zu dieser Route gehört außerdem ein Aussichtspunkt auf etwa 234 Metern Höhe. Dort verbinden sich Himmel, Landschaft und Meer zu einem Panorama. Die Tour gilt als für alle geeignet.
Die Radtour „Budoni verso sud“ verläuft über die SP24bis zu den ländlichen Orten Sas Murtas in der Gemeinde Posada und San Lorenzo bis zum Landort Tamarispa auf etwa 200 Metern Höhe. Auch diese Radtour gilt als für alle geeignet. Die benannte Radroute „S.Lucia-S.Anna-Turpé-Tavalá-Su Cossù-Brunella-Tamarispa-Budoni-S.Lucia“ führt ebenfalls über Tamarispa.
Von der mittelalterlichen Siedlung zum heutigen Dorf
Die ältesten schriftlichen Nachrichten über Tamarispa stammen aus dem Liber Fondachi. In diesem Register wurden die Steuereinnahmen aus den Besitzungen der Pisaner auf Sardinien verzeichnet. Von 1317 bis 1319 lebten in Tamarispa höchstens vier Familien, also etwa zwanzig Einwohner. Das mittelalterliche Tamarispa lag im nördlichen Teil der unteren Gallura an einer erhöhten Stelle, an den Hängen oder auf dem Gipfel einer Erhebung.
Gian Francesco Fara bezeichnete Tamarispa in seiner Schrift Chorographia aus dem 16. Jahrhundert als erloschen. Die weitere Entwicklung verlief jedoch nicht ohne Bezug zum Namen des Ortes: Zwischen der zweiten Hälfte des 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden im Küsten- und küstennahen Gebiet zwischen Olbia und Posada mehrere kleine Siedlungen. Später gehörte auch Tamarispa zu diesen neu gebildeten Orten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebte Tamarispa von Landwirtschaft und Viehzucht.
Eine lokale sprachliche Spur ist bis heute überliefert: Ältere Einwohner von Tamarispa nennen den Riu Mannu „Su riu de Tamarispa“. Die heutige Kirche wurde vor etwa 25 Jahren an einem Ort errichtet, an dem keine älteren Sakralbauten und keine Überreste einer früheren Siedlung gefunden wurden. Die Kirche der Beata Vergine Maria ist die Pfarrkirche von Tamarispa. Am Sonntag nach Pfingsten werden dort die Jungfrau Maria und die selige Maria Gabriella Sagheddu mit einer morgendlichen Messe und anschließender Prozession gefeiert.
Anreise und Verbindungen über Budoni
Von Olbia führt die Strecke über die SS131 DCN in Richtung Nuoro. Nach etwa 30 km nehmen Sie die Ausfahrt Budoni/Agrustos und folgen der SP24 sowie der SP24 BIS nach Tamarispa. Die Marebus-Linie Rosmarino umfasst eine werktägliche Verbindung zwischen Budoni und Tamarispa. Die Marebus-Nachtlinie Ginepro umfasst ebenfalls eine Verbindung zwischen Budoni und Tamarispa.
Im Budoni-Museum Museo dello Stazzo e della Civiltà contadina sind Werkzeuge von Bauern zu sehen, die in Stazzi lebten, den typischen ländlichen Wohnhäusern der Gallura. Dieser Museumsbezug ergänzt die Ortsgeschichte um einen konkreten Einblick in die bäuerliche Lebenswelt der Region.
Für die weitere Recherche auf Sardinien können Sie außerdem Salina Bamba, Monte Petrosu, Aggius, Nuchis, Monti, Liscia Di Vacca, Terravecchia-Portoquadro und Nuragheddu vergleichen.
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