Chiaramonti: Nuraghen, Kirchen und Natur entdecken
Unterkünfte in Chiaramonti
Chiaramonti verbindet eindrucksvolle Zeugnisse der sardischen Frühgeschichte mit mittelalterlichen Kirchen, besonderen Landschaften und lebendigen Traditionen. Wer kulturelle Entdeckungen mit Naturerlebnissen verbinden möchte, findet hier sehr unterschiedliche Anknüpfungspunkte: vom Nuraghenbau über megalithische Mauern und historische Sakralbauten bis zu Wasserfällen und dem Altopiano de su Sassu.
Nuraghen und megalithische Zeugnisse
Der Nuraghe Ruiu ist ein einschaliger Nuraghe mit zwei übereinanderliegenden Kammern. Eine weitere archäologische Besonderheit liegt im Gebiet Su Sassu: Die megalithische Mauer von Punta Corrales befindet sich etwa 1,7 Kilometer vom Ort Chiaramonti entfernt. Rund 5 Kilometer von dieser Mauer entfernt liegt die megalithische Mauer von Punta S’Arroccu, die ebenfalls der Monte-Claro-Kultur zugerechnet wird. Damit zeigt sich die frühe Geschichte der Gegend nicht nur an einem einzelnen Bauwerk, sondern an verschiedenen, räumlich voneinander getrennten Zeugnissen.
Castello dei Doria und Kirchen im Ortsgebiet
Das Castello dei Doria in Chiaramonti wurde etwa im 13. Jahrhundert errichtet und war Teil der Verteidigungslinie zum Schutz der Besitzungen der Doria in der Anglona. Das ursprüngliche Castello bestand aus einem quadratischen Turm innerhalb einer Befestigungsmauer. Der übrige erhaltene Komplex wurde später in der aragonesischen Zeit in eine Kirche umgewandelt. Um etwa 1500 wurde die frühere Festung zur Pfarrkirche San Matteo von Chiaramonti und diesem Heiligen geweiht. Die Chiesa di San Matteo ist die Pfarrkirche im Ortsgebiet von Chiaramonti.
Santa Maria Maddalena, eine mittelalterliche Kirche in Chiaramonti, ist durch ihre zweifarbige Bauweise gekennzeichnet. Santa Maria Maddalena wurde ursprünglich im 13. Jahrhundert als einschiffige Basilika errichtet; bei einer Erweiterung im Jahr 1323 erhielt sie zwei Seitenkapellen.
In Santa Giusta ist außerdem eine umfangreiche Sammlung von Ex-votos an den Innenwänden des Gebäudes ausgestellt.
Landschaft zwischen Hochfläche und Wasserfällen
Das Altopiano de su Sassu ist ein Gebiet von hohem naturkundlichem und landschaftlichem Wert in Chiaramonti. Dort gibt es Wildtiere, ausgedehnte Bestände von Mastixstrauch, Zistrose und Asphodelus sowie eindrucksvolle Eichen und Steineichen. Die Landschaft ist damit nicht nur durch ihre archäologischen Spuren interessant, sondern auch durch ihre Pflanzenwelt und ihre unterschiedlichen natürlichen Lebensräume.
Zu den markanten Wasserlandschaften gehört Istrampu Moronzanos. Der etwa 7 Meter hohe Wasserfall bildet in einer Trachytschlucht ein natürliches Becken. Istrampu de Chirralza besteht aus natürlichen Wasserfällen, die vom Riu Filighesos und seinen kleinen Nebenläufen gespeist werden. Beide Motive setzen einen deutlichen landschaftlichen Akzent neben den Bauwerken und historischen Schauplätzen.
Besondere Details für die Entdeckung
Zur Nekropole Domus de janas di Su Murrone gehört das Grab 1 mit einem großen monumentalen Atrium und einem von einer Reliefrahmung eingefassten Zugang. Solche präzise gestalteten Elemente machen den Besuch archäologischer Stätten auch dann interessant, wenn Sie einzelne Orte nicht nur über ihre zeitliche Einordnung, sondern über ihre Form und Gestaltung kennenlernen möchten.
Eine eigene kulturelle Note besitzt außerdem die lokale Gesangstradition: In Chiaramonti besteht diese Form des Gesangs heute als poetisch-musischer Wettbewerb namens sa gara fort. So stehen historische Bauwerke, archäologische Anlagen und eine lebendige Ausdrucksform nebeneinander, ohne dass Chiaramonti auf ein einziges Thema festgelegt ist.
Anfahrt und weitere Ziele
Für die Anfahrt von Chiaramonti verlässt man die SS 131 nach der Abzweigung nach Ozieri und nimmt die Straße 127 in Richtung Tempio Pausania. Von Sassari in Richtung Olbia nimmt man die SS 594 nach Tempio bis zur Abzweigung zum Ortsteil Su Murrone und fährt anschließend etwa 2 Kilometer weiter. Wenn Sie Ihre Recherche auf weitere Ziele ausdehnen möchten, finden Sie hier Ardara, Uri, Sedini, Bottidda, San Nicola, Bono, Perfugas und Platamona.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Sassari.