Der aktuelle Streit zwischen Russland, der Ukraine und der EU über Gaslieferungen aus Sibirien nach Westeuropa hat die Entscheidungsträger innerhalb der EU nachdenklich gestimmt, zumal sich Szenarien dieser Art in der Vergangenheit bereits in regelmäßigen Abständen wiederholt haben. In diesem Zusammenhang denkt die EU offenbar immer stärker über Gaslieferungen aus afrikanischen Ländern wie Algerien, Libyen oder Nigeria nach, wo ebenfalls sehr große Gasvorräte vorhanden sind, um der Abhängigkeit von Russland entfliehen zu können.
Beim Bau der notwendigen Gas-Pipelines von Afrika durch das Mittelmeer bis zum europäischen Festland soll künftig unter anderem der Ferieninsel Sardinien eine zentrale Rolle zukommen. Als Beispiel hierfür sei die sich bereits in Planung befindliche Gas-Pipeline “Galsi“ genannt, die ab 2012 rund 10 Milliarden Kubikmeter Gas aus Algerien nach Europa befördern soll. Sardinien würde dabei sozusagen als Verbindung zwischen zwei Pipelines dienen, die auf dem Grund des Mittelmeeres verlaufen sollen.
Weitere Gas-Pipelines werden in den nächsten Jahren westlich und östlich von Sardinien über benachbarte Inseln oder per Direktverbindung zwischen Afrika und Europa verlegt. Ein angenehmer Nebeneffekt für Sardinien wird dann die Tatsache sein, dass die direkte Gasversorgung der Insel noch besser und der begehrte Rohstoff unter Umständen auch günstiger wird. Das Gefährdungspotenzial, etwa durch austretendes Gas, geht bei modernen Gas-Pipelines gegen null, weshalb die Gas-Pipeline “Galsi“ für Sardinien ausschließlich mit Vorteilen verbunden wäre.
Datum: 09.01.2009
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