Villagrande Strisaili entdecken
Villagrande Strisaili verbindet eine von steilen Felswänden und jahrhundertealten Eichen und Steineichen geprägte Umgebung mit einer ungewöhnlich dichten Folge aus vorgeschichtlichen Stätten, Wasserläufen und lebendigen Festen. Die Stadt liegt wenige Autominuten von der Ostküste Sardiniens entfernt. In den Wäldern und an den Wasserläufen des Gebiets leben Mufflons und Steinadler – ein landschaftlicher Rahmen, in dem Kultur- und Naturerlebnisse eng nebeneinanderstehen.
Nuragische Stätten und prähistorische Spuren
Ein wichtiger Kulturpunkt ist Sa Carcaredda. In einem Steineichenwald befinden sich dort sechs Gigantengräber und ein nuragischer Rundtempel. Der Komplex liegt auf 800 Metern Höhe in der Nähe von Villanova Strisaili. Das Gigantengrab 1 gilt als gut erhalten und zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Monumentalität aus. Der nuragische Tempel von Sa Carcaredda ist zudem ein seltenes Beispiel für eine Struktur „in antis“ mit kreisförmigem Penetrale. Für pädagogische Workshops an diesem Ort ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.
Auch das Gigantengrab von Troculu bietet konkrete Einblicke in die Baugeschichte der Insel. Seine rechteckige Grabkammer ist 9,50 Meter lang, 1,35 Meter breit und 1,60 Meter hoch. Während des Baus der Schnellstraße Nuoro–Lanusei wurde das Grab abgetragen und an einer nahe gelegenen Stelle wieder aufgebaut. Es liegt in der Nähe von zwei Nuraghen und einem Dorf. Für pädagogische Workshops am Gigantengrab von Troculu ist ebenfalls eine vorherige Anmeldung erforderlich.
Zu den weiteren prähistorischen Zielen gehört das Gigantengrab von Pradu Su Chiai, auch Campu de Pira Onni genannt. Es ist eine Bestattung vom Isodomos-Typ mit einem „gezahnten Fries“ und wurde aus Granitblöcken errichtet. Das Grab liegt in Santa Barbara am Ostufer des Lago Flumendosa. S’Arcu ‘e is Forros ist ein nuragisches Heiligtumsdorf mit zwei großen rechteckigen Megaron-Tempeln und gilt als wichtigstes metallurgisches Zentrum des nuragischen Sardiniens. Im Gebiet von Villagrande Strisaili sind außerdem pränuragische Domus de Janas in Coile Bruxiau, su Strumpu, s’Orciada und su Settili sowie ein Menhir in sa Preda ‘e s’Orcu erhalten.
Wasserfälle, Wälder und Wasserläufe
Die Cascate di Sothai erreicht man über einen markierten Weg mit Steinstufen, Handläufen und Zäunen durch einen dichten Steineichenwald. Das Wasser stürzt etwa 30 Meter über eine Granitfelswand. Die Wasserfälle liegen am Lauf des Rio Bau Vigo; weiter flussabwärts bildet dieser den gleichnamigen Canyon. In der Nähe von Sa Carcaredda bilden die Wasserfälle von Bau Mela natürliche Becken, an denen Baden möglich sein soll.
Feste und sardische Küche
Die jährliche Festa di Santa Barbara ist ein ländliches Fest, das teilweise im Bosco Santa Barbara am zweiten Sonntag im Juli stattfindet. Zur Prozession gehören Reiter in Tracht, Folkloregruppen, ein von Ochsen gezogener Wagen, Launeddas und religiöse Gesänge. Das Fest San Gabriele wird am 1. August gefeiert und dauert vom 31. Juli an drei Tage; zum Programm gehören Prozessionen, Musik und sardische Tänze. Am Palmsonntag verbindet eine religiöse Prozession die Pfarrkirche San Gabriele mit der Kirche Santu Giaccu.
Auch die regionale Küche gehört zum Ortsbild. Das Prosciutto di Villagrande wird aus dem Fleisch lokaler Schweine hergestellt, die in den umliegenden Bergen weiden. Culurgiones sind Ravioli mit einer Füllung aus Kartoffeln und Pecorino-Käse.
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