Der Gennargentu, was ins Deutsche übersetzt Silberpass heißt, ist das höchste Gebirge auf Sardinien. Im Gennargentu befindet sich mit der 1.834 Meter hohen Punta La Marmora auch das Dach Sardiniens, also der höchste Berg der Insel. Daneben gibt es im Gennargentu jedoch noch einige weitere Gipfel, die es auf eine Höhe von über 1.800 Metern bringen und damit nur unwesentlich niedriger sind als die Punta La Marmora. Der Gennargentu erstreckt sich im Zentrum Sardiniens über die Gemarkung der kleinen und ansonsten eher unbedeutenden Gemeinden Aritzo, Arzana, Desulo, Fonni und Villagrande.
Seinen Namen verdankt der Gennargentu dem hohen Vorkommen von Silbererz in dieser Region. Die Geologie besteht im Gennargentu überwiegend aus Schiefergestein. Darüber hinaus zeichnet sich das Gennargentu durch einen vergleichsweise hohen Anteil an Porphyrformationen aus. Dieses Vulkangestein türmt sich an mehreren Stellen aus dem Gennargentu-Gebirge empor. Das bekannteste Beispiel für eine ausschließlich aus Porphyr bestehende Felsformation auf Sardinien ist der sogenannte Rote Felsen von Arbatax, der aufgrund der großen räumlichen Distanz aber nicht in direktem Zusammenhang mit dem Gennargentu steht.
Der Genargentu ist im Sommer vor allem bei Bergwanderern, Kletterern und Radtouristen sehr beliebt. Für Wanderer gibt es mehrere Pfade, die teilweise auch ausgeschildert sind. Radfahrer halten sich entweder auf den größtenteils asphaltierten Passstraßen auf oder suchen die Herausforderung des Querfeldeinfahrens. Hierzu eignen sich im Sommer vor allem die Skipisten, die während dieser Zeit gerne als Abfahrtsstrecken für Mountainbikes zweckentfremdet werden.
Im Winter lockt das Gennargentu die Freunde des Wintersports nach Sardinien. Der einzige Skilift auf Sardinien befindet sich am Berg Bruncu Spina, der sich in der Nähe von Fonni erhebt. Damit ist Sardinien eine der wenigen Regionen im Mittelmeer, die über ein Skigebiet verfügen.
Foto: (under СС for commercial work) absolutmachal/flickr.com
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