Sardiniens Wirtschaft: Tourismus, Landwirtschaft und Handwerk
Sardiniens Wirtschaft
Das wichtigste Standbein der Wirtschaft auf Sardinien ist seit einigen Jahrzehnten der Tourismus. Dies gilt in erster Linie natürlich für die Städte und Gemeinden in Küstennähe. Um den Anforderungen des modernen Tourismus gerecht werden zu können, mussten seit Ende der 1970er-Jahre bzw. Anfang der 1980er-Jahre umfangreiche Investitionen, vor allem im Bereich der Infrastruktur, vorgenommen werden, die sich inzwischen aber mehr als bezahlt gemacht haben. So wurde beispielsweise der Flughafen in Cagliari auf internationalen Standard ausgebaut und ein engmaschiges Verkehrsnetz im Bereich der öffentlichen Verkehrsmittel installiert. Nicht zu vergessen natürlich die Hotel- und Appartementsiedlungen, die in großen Mengen entstanden sind. Hiervon hat, zeitlich begrenzt, natürlich auch die regionale Baubranche enorm profitiert.
Neben dem Tourismus spielt auf Sardinien noch der Anbau und Verkauf von Wein eine übergeordnete Rolle. Die Weine aus Sardinien werden in großen Mengen exportiert, aber natürlich auch direkt auf der Insel vertrieben. Die größte Weinkellerei Sardiniens ist Sella & Mosca im Nordwesten der Insel unweit von Alghero. Die Produkte dieser im Jahr 1899 gegründeten Kellerei werden überall in Europa verkauft und zählen unter Weinkennern zu den absoluten Premium-Weinen. Sella & Mosca trug einen wesentlichen Teil dazu bei, dass sardische Weine nicht mehr mit anderen Weinsorten vom Festland verschnitten wurden, sondern zu einer eigenen Qualitätsmarke wurden.
Der dritte maßgebliche Wirtschaftsfaktor auf Sardinien ist der weltweite Export von Kork. Die Korkeiche wächst zwar auch auf Korsika, aber bei Weitem nicht in der Menge wie auf Sardinien. Kork ist ein sehr begehrter Rohstoff, da dieser nur sehr langsam nachwächst. Bei der Korkernte werden die Korkeichen entrindet, so dass der Baum stehen bleiben kann und in einem sehr langwierigen Prozess eine neue Rinde bildet. Eine Korkeiche kann nur alle 8 – 10 Jahre entrindet werden, was echten Kork so teuer macht.
Kleinere Wirtschaftsbereiche bilden die Fischerei, die Herstellung von Käse und die traditionelle Landwirtschaft. In der heutigen Provinz Oristano spielt die Landwirtschaft noch eine etwas größere Rolle, ansonsten wichen die landwirtschaftlichen Nutzflächen zum größten Teil dem Tourismus, da sich dieser als wesentlich lukrativer herausstellte.
Wirtschaft zwischen Küste und Inselinnerem
Sardiniens Wirtschaft ist regional unterschiedlich geprägt. An vielen Küstenorten spielt der saisonale Tourismus eine wichtige Rolle, während Landwirtschaft, Viehzucht, Lebensmittelverarbeitung und Handwerk im Inselinneren stärker sichtbar bleiben. Hafenstädte wie Cagliari, Olbia und Porto Torres verbinden Dienstleistungen, Verkehr und Handel. Für Reisende zeigt sich diese Vielfalt besonders auf Fahrten zwischen bekannten Küstengebieten und Orten abseits der Badesaison.
Wein, Käse und Kork als regionale Produkte
Weinbaugebiete rund um Alghero und in anderen Teilen der Insel erzeugen eigenständige sardische Weine. Auch Schafhaltung und Käseproduktion gehören zur ländlichen Wirtschaft. Im Nordosten sind Korkeichenwälder und die Verarbeitung von Kork eng mit der Gallura verbunden. Sardische Produkte lassen sich auf Märkten, in kleineren Geschäften und bei Produzenten kennenlernen; Herkunft, Öffnungszeiten und Besuchsmöglichkeiten sollten jeweils aktuell geprüft werden. Einen kulinarischen Einstieg bietet die Seite zu den Spezialitäten Sardiniens.
Tourismus bewusst einordnen
Touristische Nachfrage schafft Arbeit in Unterkünften, Gastronomie, Verkehr und Freizeitangeboten, ist aber vielerorts stark saisonabhängig. Ein Aufenthalt außerhalb der Hochsaison kann kleinere Orte und lokale Betriebe unterstützen, sofern Anreise und geöffnete Angebote vorab geprüft werden. Regionale Daten und Veröffentlichungen stellt die Autonome Region Sardinien bereit. Weitere Zusammenhänge erschließen die Übersichten zu Sardiniens Regionen und Orten, zur Reiseplanung und zu den Küsten der Insel.
Foto: (under СС for commercial work) ScriS - www.scris.it/flickr.com
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